Threshold der Ablehnung: Zwischen Hass und Gefolgschaft

von Ben

Das Internet ist ein Biotop der Aufmerksamkeit. Kein anderer Spielplatz medialen Outputs beschäftigt sich so sehr mit der Frage, inwiefern die eigene Persönlichkeit aus dem Schatten hin zum Tageslicht der Folgschaft vieler treten kann. Vergesst Fernsehquoten oder Fußballfans – die Masse der Follower und Supporter in der Welt der digiWeinende "Take That"-Fans Weinende Take That-Fanstalen Vernetzung ist die neue Tanzgesellschaft, die sich um das goldene Kalb versammelt. Youtube, Twitter, Facebook und Instagram bilden damit die Petrischale der Individualisierung. Nicht bei den eigentlichen Contenterstellern, sondern vielmehr bei deren lammfrommen Kuttenträger, die die konspirativen Mantras tagtäglich im Kopf vor sich her tragen und sich im Zeichen des Objekts ihrer Begierde mit deren Namen schmücken – im Zuge der Definition des eigenen Ichs tendiert der Mensch dazu, sich von seiner Umwelt inspirieren zu lassen. Waren es damals die Take That Groupies, die mit Tränen in den Augen und Schaum vorm Maul den Namen Gary und Howie in die Welt schrien, bis die Zahnspangen barsten, so wurde die Hysterie auf dem Schulhof im digitalen Zeitalter zum Capslockkommentar im Internet. Die Notwendigkeit zum Fantum ist dabei jedoch gleichgeblieben – die Abspaltung von elterlichen Werten hin zur Subkultur steht dabei immer noch als motivationaler Stockstreich auf den Fesseln derer, die sich individualisieren möchten. Spannend ist damit eher die andere Seite dieser bizarren Beziehung im Gleichschritt zwischen Locken und Folgen.

Die Hexe des 21. Jahrhunderts bietet dem longboardfahrenden Hänsel und seiner Sis‘ kein wohlfein duftendes Gebäck mehr an, sondern die Möglichkeit, sie zu hassen. Haben die Schöpfer von Back for Good sich in der Harmonie von drei Akkorden geübt, so krächzt das neue Objekt der Gefolgschaft bei seinen ersten Schritten auf dem glatten Parkett medialer Zurschaustellung Misstöne ins Ohr. Die Bibis und LeFloids müssen mit einem Ausdruck des Widerwillens im Gesicht der Krankenschwester zur Welt gebracht werden. Der geborene Schießmichtod. Der Grund ist so simpel wie verstörend: Hassen heißt Zuneigung. Emotionale Befindlichkeit im Zuge von individueller Persönlichkeitsfindung wird auf der Datenautobahn dann beschleunigt, wenn wir Konzepte und Gestalten zunächst ablehnen. Durch Antipathie überholen wir schneller, der Blinker wird demnach Richtung Link gesetzt. Doch dies ist zunächst erst einmal kontraproduktiv und widerspricht den umständlichen Worten im ersten Absatz – die Faust der Ablehnung entfernt uns vielmehr von jemanden, als dass wir Fans und somit Teil eines Personenkults werden, der sich in Form einer eigenen subkulturellen Bewegung verselbstständigt und damit einer ganzen Generation den kulturellen Katalysator zur Selbstfindung reicht.

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Was auffällt ist die automatisierte Verselbstständigung einer Gegenbewegung. Ist der Threshold der Ablehnung erreicht, erhält das Objekt der Aufmerksamkeit ein allgemeineres Wertekonstrukt. Es ist nicht mehr Person X mit seinen Makeln, sondern ein Sinnbild an moralischen Konzepten. Der Personenkult tritt die Tür zu dem Korridor frei, der aus einem medialen Lüftchen einen Sturm der Kontrapunkte macht. Der Beobachter stellt sich im Shitstorm die Frage, ob es inspi4eine Berechtigung für all den Hass gibt. Diese innere Zerissenheit hätte zwar zu jedem Zeitpunkt getriggert werden können, jedoch ist es das Ausmaß an Entrüstung, das uns dazu zwingt, dem Ganzen doch etwas abzugewinnen. Die Losspaltung von den Eltern weicht der Antihaltung gegenüber der Masse an Hatern. Ja. Sie haben vielleicht recht. Ja, man kann den Youtuber oder Instagrammanten scheiße finden, aber ist es nicht viel schicker, fernab der Schnittmenge an Ablehnung Sympathien mit dem Hassobjekt zu haben? Und so wird der kritische Punkt überschritten und Gruppendynamik versteht sich als Zuneigung zum Trash. Man folgt, um prominenten Beweggründen den Mittelfinger zu zeigen, ohne darüber nachzudenken, ob dieser in die richtige Richtung zeigt.

Das Einzige, was die Objekte des digitalen Fantums dafür tun müssen, ist sich selbst treu zu bleiben. Und demnach so lange in den Wald zu rufen, bis genug Kinderchen mit der Faust der Entrüstung in den Ofen fallen, so dass sich alle anderen fragen, ob das Hexenhäuschen nicht doch irgendetwas hat, an dem man knabbern möchte.

Das ist ja der Hit man!

von Martin

Dieses Vorwort geht raus an die Dozentin, die meine Masterarbeit betreut. Falls Sie das hier lesen sollten, bin ich natürlich sehr fleißig am recherchieren und schreiben und so! Und dies hier ist keinesfalls etwas, dass ich viel lieber mache als Bücher lesen, alte Leute zitieren und Fußnoten einfügen! Die Jungs mussten mich förmlich dazu zwingen die Arbeit niederzulegen um die Inspiration zu schreiben! Ganz ehrlich! Ich weiß! Das geht ja gar nicht! Trotzdem muss es sein… :(

Um alle Parteien zufrieden zu stellen nehme ich einfach die Gelegenheit wahr heute über etwas zu schreiben, auf das ich während der Recherchen für meine Arbeit gestoßen bin und ebenfalls sehr gut in unseren Blog passt. Donnerwetter! Ich muss ja tatsächlich was tolles studieren! Für meine Abschlussarbeit befasse ich mich damit, wie man doch bitte all die tollen interaktiven fiktionalen Inhalte, die uns das Internet bietet ins lineare Fernsehen übernehmen kann.

Mit Breaking News haben wir seinerzeit selbst zu diesem Pool an interaktivem Content beigetragen. Und auch die Jungs und Mädels von RealmPictures haben sich auf ähnliche Pfade begeben. Allerdings nicht wie wir auf Basis von Mehrheitsentscheidungen durch Einbezug einer großen Community sondern indem Sie zunächst ahnungslose Chatroulettanten in ein actiongeladenes First-Person-Adventure stürzten. Mit Level 1 und Level 2 haben Sie dabei bereits eine verdammt gute Show abgeliefert. Ihr vorläufiges Meisterwerk sollten sie dann allerdings mit Real Life Hitman vollbringen. Richtig gehört! Ihr seid der Hitman und müsst eine Zielperson eliminieren – also Ihr steuert den Hitman, der sich in Echtzeit durch ein echtes Schloss schleicht und Wachen, Personal und schließlich den Bösewicht vielleicht nicht ganz echt ausschaltet. Es ist ja immerhin noch ein Spiel.
Um dieses Abenteuer für die Probanden zu realisieren wurde nicht nur einiges an Technik und Personal aufgefahren, sondern es gab auch im Vorfeld ordentlich Gehirnarbeit zu leisten um auf alle Möglichkeiten vorbereitet zu sein.
Für die Durchläufe dann standen Sie ebenfalls vor unterschiedlichsten Herausforderungen: Wir müssen die Third-Person-Sicht dem Spiel möglichst genau anpassen und das Live-Voice-Over möchte doch auch bitte mit allen Effekten, Dialogen und der Musik in Echtzeit gemischt werden!
Halleluja! Wie das dann alles aussieht könnt Ihr Euch unten im Video anschauen.

Was mir etwas Freude an dem Ganzen nimmt, ist die Tatsache, dass oben angesprochene Probanden leider Gottes sogenannte YouTuber sein mussten… Furchtbar.
Ich kann nur hoffen, dass RealmPictures sich für ihr nächstes Projekt wieder an unbekannte Dus und Ichs hält.
Jetzt müssen wir es ja nur noch schaffen, diese Art von Spiel/Film jedem von uns zur Verfügung zu stellen… Vielleicht weiß ich ja nach meiner Masterarbeit mehr. Ich halte Euch auf dem Laufenden! ;)

Ihr wisst was jetzt noch fehlt: Eine freche Catchphrase in aktuellem Internetjargon und das Behind The Scenes Video.

-> Hier noch 1 nices Video vong hinter den Kulissen her:

Budget Grading Panels

von Dominic

Jeder, der sich schon einmal mit einer professionellen Farbkorrektur-Software (sei es DaVinci Resolve, Avid Symphony, oder die größeren Namen der Branche) befasst hat, wird irgendwann merken, dass man mit ausschließlich Maus und Keyboard wahnsinnig langsam ist. Unsere Freunde aus der Audio-Postproduktion werden dies sicher bestätigen, denn ohne ihr Pult, oder ihren DAW-Controller sind auch sie nicht so schnell, wie sie es gewohnt sind. Gucken wir uns nun einige Preise der Grading Panels einmal an:

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Das große Panel für Davinci Resolve findet man ab ca. 28000 Euro bei den großen Resellern

 

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Digital Visions Precision Panel kann man sich ab ca. 40000 € zulegen

 

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Das Blackboard 2 Panel zur Baselight Software ist ein richtiges Schnäppchen mit ca. 58000 €

Man merkt relativ schnell, dass die großen Panels der Hersteller, welche auch die Software vertreiben, zwar in der Handhabung und dem Funktionsumfang absolut überragend sind, jedoch auch das Budget des kleinen Coloristen übersteigen, der gerade Fuß in der Branche fassen möchte.

Third Party Panels sind also die erste Option, welche man sich anschauen sollte und hier wird man zügig fündig (allerdings vorsichtig sein, dass Eure Applikation auch das Panel unterstützt!):

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Das Artist Color Panel (mittlerweile von Avid, baugleich allerdings auch noch älter von Euphonix zu finden) bekommt man schon ab 1400 € (Funfact: bester preis bei thomann)

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Das Jlcooper Exlipse CX Panel, welches von Coloristen immer wieder gelobt wird, ist zwar etwas älter und teurer, aber eine super Lösung. Leider erst ab 5000 oder 6000 Euro zu bekommen

 

 

 

 

 

 

 

Und wenn man dann eine Weile sucht, stößt man auf die Firma Tangent, welche mittlerweile drei Panels mit super Funktionsumfang und für den kleinen Geldbeutel anbietet:

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Das Element ist modular aufgebaut und im kompletten Set für ca. 3000 Euro zu kaufen

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Das Wave ist die mittlere Preisklasse der Tangent Panels, für ca. 1500 Euro

 

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Das neue Ripple Panel ist minimalistisch, aber hat genau das, was man 90% der Zeit verwendet. Preis: ca. 400 Euro

 

 

 

 

 

 

 

Aber wo ist denn eigentlich der Inspirationscharakter? Der kommt jetzt!

Ein Mann namens Julius Koivistoinen hat es nämlich nicht eingesehen, solche großen Summen auszugeben, nur um Davinci Resolve zu steuern. Und was macht man da als fähiger Finne? Man programmiert einfach ein kleines Programm namens MIDIGrade, welches über das MIDI Interface und das dazugehörige Kommunikationsprotokoll die Möglichkeit schafft Davinci Resolve mit DJ Hardware zu steuern. Schaut man rein:

Und jetzt stelle man sich vor, dass man neben MIDIGrade noch das Ripple Panel kauft. Damit ist man noch immer unter 700 Euro und kann quasi jedes Feature in Davinci Resolve nutzen. Wenn ich mein Setup nicht schon hätte und die größte Zeit in einer anderen Grading Applikation verbringen würde… Für alle, die mit Resolve arbeiten und ohne Panel dastehen: Seht Euch das MIDI Panel an. Viel besser wird es nicht. Und vielleicht habt Ihr einen passenden MIDI Controller sogar schon da. Dann sind wir unter 100 Euro!

Ich kann meinen Hut nur vor Julius Koivistoinen ziehen. Der junge Herr ist 25 Jahre als, hat Preise gewonnen, ein verdammt geiles Programm geschrieben, und macht fantastische Bilder als Kameramann. Für alle, die interessiert sind: Hier der Link zu seiner Webseite und seinen Referenzen. Chapeau!

 

 

Hinter dem Vorhang von Alltagsklängen

von Ben

Das Kuriositätenkabinett ist längst keine Attraktion mehr, die mit einem größerem Aufwand besucht werden muss. Genau wie beim Möbelkauf muss man nicht mehr an den Arsch der Welt fahren, um die Exotik eines Freigeistes zu bestaunen, sondern öffnet einfach nur den Browser. Besonderheiten werden quasi im Sekundentakt angeschwemmt. Daher werden viele von Euch die Marble Music Machine der schwedischen Band Wintergatan bereits kennen und sich ebenso kindlich darüber gefreut haben, wie der Autor dieser Inspiration.

Dass findige Musiktüftler mit dem nötigen Wissen und dem ingenieurstechnischen Basteldrang gern Klangkästen verschiedener Art bauen, ist dabei jedoch nichts Neues. Schon immer sah man bei dem ein oder anderen etwas Eigenes im Schuppen stehen, das man selbst nicht erklären konnte oder zumindInspi_Monomeest nur mit einer halbgaren Ahnung in die vorgefertigten Schemata seines eignen Verständnisses von Instrumenten einordnete. So auch der Monome Controller, mit dem unter anderen Deadelus oder Flying Lotus Liveauftritte spielen, was eine Art von minimalistisch designetem Touchcontroller darstellt und vollkommen unorthodox wirkt. Doch mit jeder unerklärlichen Kuriosität, die das Internet unserem Auge zur Verfügung stellt, kommt auch die helfende Hand, die den Vorhang zurückzieht oder zumindest offenbart, wie der Kartentrick funktioniert.

So gibt es auch der ulkigen Murmelmaschine ein Aufklärungsvideo, das uns zeigt, wie aus Holz, Metall, Filz und anderem alltäglichem Stoff eine Melodie erklingen kann, indem man nur ein paar 1000 Handgriffe tätigt. Die Jungs von Wintergatan erklären in ihrem zweiteiligen Video relativ detailliert, wie der findige Liedermacher jeden Bestandteil eines Songs im Klangkorpus zu einem funktionierenden Gesamteindruck kombinieren kann. Was beim simplen Betrachten des Liedes bizarr und fast schon gefälscht wirkt, ergibt sich dabei jedoch über die Magie von Kontaktmikrofonen, die über die Schwingung des Trägers, auf dem sie montiert wurden, statt den Schwingungen von Klangereignissen in der Luft, stimuliert werden. Der Vorteil dabei ist, dass die Klangeigenschaft von Material dabei ausgenutzt wird, nicht jedoch das hörbare Ergebnis, das sich über den Raum bzw. die Luft an unser Ohr trägt. Damit taucht der Hörer in eine Welt ab, die ihm normalerweise im Stillen verborgen bleibt. Ein einfacher Schlag auf eine Filzmatte stellt sich somit zum Beispiel als Drumsample dar.

Was uns beim Mikrofonieren schon immer auffiel, zeigt sich hierbei in einer weitaus intensiveren Form, im Video dargestellt als Vergleich zwischen Raumklang und dem abgegriffenen Mikrofonsignal. Technik hilft uns, Töne in einem ganz anderen Kontext als dem Alltag wahrzunehmen und damit kreativ nutzen zu können. Die Musikmaschine der schwedischen Künstler ist damit ein weiteres Beispiel, wie wundervoll Sounddesign sein kann. Fernab von traditionellen Richtlinien der Audiotechnik zeigt sich in dieser speziellen Nische, wie man mit den verschiedensten Hilfsmittel, die in erster Linie kein musikalisches Potential beherbergen, dennoch eine bunte Welt der Klänge und damit Emotionen und Wirkungen schaffen kann. Die besondere Abgriff über Kontaktmikrofone ist dabei jedoch nur eine Art, dies zu erzeugen. Auch die „handelsübliche“ Mikrofonierung von Dingen (entschuldigt, besser konnte ich es nicht beschreiben), lässt uns hinter die Kulisse von dem hören, was wir als gegeben und ordinär abgestempelt haben. Und wenn man gar keine Technik nutzen möchte, so braucht es nur handwerkliches Geschick und ein Verständnis davon, wie Materialklang verfremdet werden kann, um sich Sound selbst zu bauen, wie das Waterphone von Richard Waters effektvoll unter Beweis stellt.

32000 Iso

von Dominic

Der Titel lässt einige vielleicht schon vermuten, worum es geht. Sony hat mit ihrer Sony A7s damals den Grundstein für Nachtaufnahmen gesetzt – ISO-Einstellung bis 400.000, ich glaub es hackt. Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan der Kamera, was jedoch größtenteils daran liegt, dass viele Kameramänner, die zu mir ins Grading kommen, die Kamera neben der Alexa, Red, oder wenigsten Sony F5 einsetzen und sie im Vergleich halt immer noch ein Fotoapparat ist, der filmen kann und qualitativ massiv abkackt.

Dennoch möchte ich euch heute ein Werk zeigen, dass die Stärken der Kamera im besten Maße darstellt: „Moonlight„. Wie immer bei guten Vimeo-Videos: Lest Euch auf jeden Fall die Beschreibung durch und schaut Euch die dem Video angehängten Fotos an! Viel Spaß!

Rocketjump Shorts

von Dominic

Über Freddie Wong und die Jungs von Rocketjump haben wir schon einige Male berichtet. Was aus einem Youtube Channel mit zwei talentierten VFX-Artist werden kann, beeindruckt mich noch immer. Mittlerweile ist Rocketjump zu einem großen Unternehmen mit vielen Angestellten geworden. Neben der Produktion von Filmen und Webserien und der von Martin angepriesenen Rocket Jump Filmschool, verdient die Firma noch immer Geld über ihre Youtube Videos. Besonders die Rocketjump Shorts haben es mir angetan. Das „kleine“ Short-Team setzt sich das Ziel alle zwei Wochen einen Kurzfilm auf Youtube zu veröffentlichen – inklusive PrePro, Produktion und Post.

Als eines der ersten Werke zeigte Rocketjump den Film „The Rush“ – und baut dabei weiter auf VFX.

Aber auch Shorts mit weniger VFX sind schön anzusehen – so zum Beispiel mein Favorit der Sleep Fighter.

Buck 65. Ein Leben lang Inspiration

von Ben

In unserem Blog präsentieren wir Euch relativ oft aktuelle Fundstücke, die man gern mit anderen teilt. Das Ganze nennt sich dann „Was uns inspiriert„, soll dabei jedoch in beide Richtungen wirken und ebenfallls dem Leser als eine Art kreativen Anschub dienen. Heute möchte ich aber keinen Output ausgraben, der gerade frisch aus dem Geburtskanal eines Künstlers geflutscht ist, sondern grabe – wie so oft – mal wieder in der eigenen Vergangenheit. Denn eine wichtige Quelle meiner jugendlichen Inspiration war ein Mann aus Kanada…

In einer Zeit, in der man nur gefährliches Halbwissen zur Verfügung hatte, um sich selbst in irgendeiner Weise auszudrücken, geriet man immer ins Stoplern. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Fähigkeiten verwässert immer das Endergebnis und Frust machte sich breit. Ganz klar – wer Träume umsetzen will, muss von heute auf morgen fliegen lernen. In meinem Fall war das die Musik, genauer noch Rap (was viele vielleicht nicht mit ersterem beatstreetBegriff gleich setzen). In meiner Jugend verbarg sich hinter der Hip Hop-Kultur ein Kosmos an Neuentdeckungen und jeder Tag brachte ein Hochgefühl an persönlicher Weiterentwicklung mit sich. In den Pausen zwischen der Vererbungstheorie und der ewigen Suche nach dem Wert von X sammelten wir uns fast konspirativ vor der neuesten Ausgabe einer Zeitschrift namens Backspin, analysierten die bunten Seiten voll von Graffiti, studierten die Einblicke in die Philosophien zeitgenössischer Musiker oder nahmen uns Empfehlungen der Redaktion bezüglich der frischesten Scheibe schwarzen Goldes zur Brust. Im Park mit klapprigen Kassettenradio, das durchaus von einem weitaus moderneren ersetzt werden konnte, aber nicht sollte, weil das nun mal mehr so aussieht, wie auf der raubkopierten VHS von Beatstreet, schenkten wir unser Gehör lokalen DJs, die ihre Lieblingsselektion von Breakdance-Instrumentals auf Magnetband packten. Im Zuge dieser Euphorie packte jeden von uns der Tatendrang. Man wollte nicht nur Zeuge dieser Kultur sein, sondern seine eigene Kerbe ins Holz der Geschichte ritzen. Oder zumindest eine Duftmarke setzen. Während meine Freunde sich auf dem Kopf zur Musik von Kraftwerk drehten oder ihre Rucksäcke mit klappernden Dosen beluden, wollte ich Musik machen.

Dazu fehlte mir jedoch ein glaubwürdiger Hintergrund. Ich verbrachte meine Zeit nicht auf der Straße, zapfte keine Laternen an, um mein Soundsystem mit Energie und die Straßen mit Lärm zu versorgen. Ich hatte keine sozialen Probleme, kein hard knock live. Mein Vater besaß keine umfangreiche Jazz- und Funksammlung und ich war bei weitem kein besonders virtuoses Kind . Klar – das greift nun tief in die Klischeekiste, aber für mich stellten diese Dinge eine Art Portfolio der Katalysatoren einer erfolgreichen Hip Hop-Aktivität dar. Mein größtes Problem war jedoch nicht, eine Biographie wie DJ Premier zu besitzen, sondern eine selbstkritische Ader zu haben, die schnell pochte, sofern mein Schaffen nicht wie das klang, was ich anstrebte. Als ich also mit einer Träne im Knopfloch in meinem problemfreien, gar nicht mal so streetigen Kinderzimmer saß und das Handtuch schmeißen wollte, entdeckte ich einen kanadischen Künstler namens Buck 65.buck-65

Sein Rap klang gar nicht so, wie das, was ich vorher kannte. Es war nerdig, unrund, anders. Richard Terfry, der jetzt gealtert ist und sich mehr dem Blues und Country/Folkrock zugeneigt hat, schuf in den Neunzigern und frühen 2000ern ein Sammelband an Geschichten und Alteregos. Ob als Stinkin‘ Rich, Uncle Climax, DJ Critical oder Johnny Rockwell – seine kurzen Tracks, mal mit vocaler Präsenz, mal einfach nur als Instrumentals, unterlegt mit technisch feinen Scratches, fesselten mich an die Membran. Buck 65 erzählte dabei vor allem Geschichten, deren narratives Spektrum von einfachen Erlebnissen im Baseballstadion bis hin zu impressionistischen Kurzerzählungen von Männern mit zu großen Händen oder abenteuerlustigen Fliegen, die Zeugen menschlicher Verbrechen wurden, reichte. Was mich aber noch viel mehr als sein schier unendliches Angebot an Geschichten begeisterte, war die Einfachheit seiner Instrumentals, die er ebenfalls selber baute. Meist nur aus einem Sample bestehend, war es vor allem der Sample an sich, der mich mitgerissen hat. Buck benutzte alles und dennoch musste man schon lange suchen, um auf seine Inspirationen zu stoßen. Das Ergebnis waren oft holprige, aber mitreißende Musikstücke, die ihre Originale feierten und dennoch in eine dumpfe Art von Adaption des Kanadiers packten. Durch dieses liebevolle Drag and Drop Prinzip produzierte Terfry in kürzester Zeit mehrere, vielseite Alben. Der Mann hatte somit einen enormen Output, wobei vor allem seine Alben in den Jahren zwischen 1996 und 2002, gekrönt mit Square, bis heute noch zu meinem liebsten Stücken an Rapgeschichte gehören. Dieses lo-fi Flare hat er mit der Mixtapeserie Dirtbike (1-4 kostenlos auf seiner soundcloud-Präsenz) danach wieder aufgenommen und damit zwischen den leider zu sauberen und geleckten Studioproduktion in der Post-Square Zeit ein Sammelsorium an Quick und Dirty-Tracks gemischt, die mich begeistern.

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language arts

 

 

 

 

(Die Alben Synasthesia, Vertex, Square, Man Overboard, Weirdo Magnet und Language Arts)

Das Großartige an dieser Inspiration ist die Feststellung, dass der eigene Anspruch oft Sand im kreativen Getriebe ist. Nicht immer muss alles sauber, perfekt und makellos sein. Am Ende des Tages geht es um die Eigenständigkeit der eigenen Arbeit. Und dass man sie angeht. Buck 65 hat mir mit seiner Musik damals Mut gegeben, nicht an mir zu zweifeln. Auch wenn der gute Mann mittlerweile weit weg von dem ist, was ich von ihm aus den Neunzigern kenne, so wird er und seine Arbeit immer ein großer Teil an Inspiration in meinem Leben bleiben.

 

 

Alan Geoy’s Reel

von Dominic

Ein Bereich, der jetzt nicht unbedingt zu meinen Kernkompetenzen gehört, und in dem ich mich gerne weiterentwickeln würde – wenn man denn nur mehr Zeit im Leben hätte – ist der Motion Graphics Bereich. Aus dem Nichts Bilder und Strukturen erschaffen und genau so detailverliebt vorgehen, wie man dies im Bereich der Farbkorrektur tut, das wäre eine schöne Tätigkeit für mich.

Leider fehlt die Zeit, um mir aktuell weitere Kompetenzen anzueignen. Darum ist die heutige Inspiration auch ein wenig ein Arschtritt an Euch Leser: Nutzt Eure Zeit! Statt zu Hause rumzusitzen und zu zocken, oder wieder einen Abend betrunken im Club rumzustehen, entwickelt Eure Fähigkeiten weiter. Es wird Euch nur weiterhelfen.

Das heutige Video ist ein MoGraph Reel, welches ich wahnsinnig beeindruckend finde und welches mir sehr viel Freude bereitet hat.

Viel Spaß damit.

 

Wenns mal awesome werden muss…

von Ben

In der heutigen Inspiration möchte ich Euch die Jungs von CorridorDigital empfehlen und dazu nicht viele Worte verlieren, da es hierbei eher um daCD2s bewegte Bild statt dem geschriebenen Wort gehen soll. In einem anderen Beitrag haben wir den Dunstkreis der Videoschmiede bereits angeschnitten, als wir die Arbeit an der Onlineserie Videogame Highschool vorstellten und auch bei dem digitalen Korridor hat Freddie Wong seine Finger im Spiel. Doch hauptsächlich ziehen Sam Gorski und Niko Pueringer hierbei die Fäden. Stark an Games, Filmen und Katzen CD4angelehnt produzieren sie Videos, die vor allem durch Effekte und Looks jedem postproduktionsaffinen Zuschauer den Mund wässrig machen sollten. Das Inspirierende dabei ist jedoch, dass ihre Werke so wirken, als ob jeder, der genug Zeit und Ambition hat, ähnliches vollbringen könnte. Was hinter den Kulissen passiert, wird bei CD immer sehr transparent kommuniziert und liefert jedem die Möglichkeit, den schweren Mantel des Zweifels abzulegen – oftmals wirken spektakuläre Produktion für den Nachwuchs VFXler unerreichbar.

Doch Sam und Niko stellen relativ anschaulich dar, das kreatives Improvisieren, gepaart mit gewissen Postproskills ein wunderbares Feuerwerk entstehen lassen kann. Mit viel Witz, Popreferenzen und Charm entstehen somit Filme mit dem gewissen Etwas. Doch nicht lange schnacken, Video in den Nacken:

Auf Fluchurs Rücken um die Welt

von Martin

„Fick you!“, „Son of my mom!“ oder „Fartsmeller“ sind nur einige Beispiele, die die heutige Inspiration so ‚effing‘ interessant machen. In amerikanischen Filmen zu fluchen ist gar nicht mal so einfach. Selbst in Momenten der ekstatischsten Raserei müssen sich Hollywoods Stars und Sternchen zusammenreißen um dem prüden Gemüt der sonst so freien Nation nicht böse aufzustoßen. Häufig müssen Darsteller und Autoren dabei tief in ihre kreativen Trickkisten greifen und schrecken nicht einmal vor den grauenvollsten Alliterationen zurück. Frei nach Pumuckls Motto „Das reimt sich und was sich reimt ist gut“ sind sie sich ebenfalls nicht zu schade selbst die verrücktesten Wortkreationen auszupacken – Kontext ist King – was sie eigentlich sagen wollen, versteht dann sowieso jeder.
Das heutige Video zeigt Euch die Hohe Kunst des Fluchens ohne zu Fluchen mit populären Beispielen aus Star Wars, Peter Pan, Dumm und Dümmer und vielen Weiteren Hollywoodklassikern! Wir vier wünschen verflucht viel Freude!