100. Inspiration

Unglaublich! Seit nicht weniger als 100 Wochen schreiben wir nun schon unseren Blog ‚Was uns inspiriert‘. Manchmal war es einfach, manchmal war es kurzfristig, manches Mal war es purer Stress – aber immer hat es uns Spaß gemacht. Der oder Die du das hier nun liest, genau für Dich machen wir das! Seien es Filme, Gedanken oder technische Spielereien – mit unserem Blog haben wir versucht Dir ein Stück weit näher zu bringen was uns Reis+ eigentlich bedeutet und warum die Faszination ‚Medien‘ uns so fasziniert. Für Inspiration Nr. 100 fanden wir, es sei an der Zeit einmal über das menschlichste zu sprechen, was Reis+ zu bieten hat: über uns. Warum machen wir das eigentlich – nicht Reis+ sondern Medien überhaupt? Was ist gut? Was ist schlecht? Was treibt uns an? Was lässt uns verweilen?

Darüber hinaus möchten wir auf einige Änderungen dieses Formates hinweisen. Aufgrund aktueller Begebenheiten wollen wir unsere Energie in Zukunft mehr auf andere – aufwändigere Formate konzentrieren – und werden nicht mehr im gewohnten Wochenrhythmus Inspirationen veröffentlichen. Ihr fragt Euch sicherlich: Why change a winning team? Uns liegt dieses Format sehr am Herzen, da es uns seit unserer Gründung begleitet, aber Euch jeden Link, der uns im Netz begeistert hat vor die Nase zu setzen halten wir mittlerweile nicht mehr für zielführend im Sinne des ‚Was uns inspiriert‘ – sei es auch noch so ein interessantes Thema. Unsere Zeit, die wir in Reis+ investieren müssen wir drei uns – nach Daves Ausstieg noch viel mehr – neben Arbeit und Privatleben gut einteilen und in Rücksicht auf unsere aktuellen Ideen wollen wir Euch in Zukunft nun mehr ausführlichere Berichte über Medien liefern, die unserer persönlichen Erfahrung entspringen oder derer wir einfach deshalb mehr Aufmerksamkeit widmen wollen, da sie uns wirklich bewegt und eingehend geprägt haben. Sicherlich finden wir einen Weg Euch dennoch über unser ein oder anderes temporäres Lieblingsvideo zu informieren.

Bis dahin wünschen wir Euch viel Spaß bei Inspiration #100!

 

von Dominic

100 Inspirationen – fast zwei Jahre Themen rund um die Medien. Oder in meinem Fall die Technik im Bereich der Medien. Was ich in den letzten Jahren gelernt habe, ist das jeder ein Künstler sein kann. YouTube, Andrew Kramer, Tutorials und der Zugang zu Inspiration machen es relativ leicht ein Medienprodukt zu schaffen. Das war früher anders. Damals hat auch ein Schnittplatz noch locker eine fünfstellige Summe gekostet. Heute? Nur das Abo der Schnittsoftware – läuft ja eh auf dem Heim-PC – und was ist das im Ernstfall? 19,99 €?

Künstler und Medienschaffende gibt es an jeder Ecke. „Ich mache was mit Medien“ ist zum Motto unserer Generation geworden. Nach zwei Jahren Reis+ und der Inspiration ist mir vor allem eines klargeworden:
Um nicht nur Einer von Vielen zu sein, muss man sich abgrenzen von all dem „Abkupfern“ und Tutorials nachbauen, was draußen in der Medienlandschaft an der Tagesordnung ist. Einzigartigkeit und Innovation sind die Stichwörter.

Der Weg, den ich für mich gefunden habe, ist ein zwiegespaltener:
Ein Pfad ist die oben schon angekündigte Technik. Ich sehe mich nur zu einem sehr kleinen Teil als „Künstler“, oder „Kreativer“. Ich bin Techniker. Besonders aufgefallen ist mir dies, im direkten Vergleich mit den vielen Mediengestaltern und Film- und Video-Editoren, die mir auf meinem bisherigen Weg begegnet sind. Im Vergleich zu denen sind also die Absolventen des Medientechnikstudiums, zu denen auch ich mich zählen darf, deutlich fitter, was Formate, Signale, Workflows und lösungsorientiertes Denken betrifft. Darum halte ich es für mich am sinnvollsten, das zu machen, was mir liegt und was der Großteil meiner Konkurrenten in der Branche „schlechter“ beherrscht als ich.

Neben der Technik im Sinne von Planung, Support, Installation, und IT-Tätigkeiten habe ich mein zweites Standbein in einem weiteren technischen Bereich gefunden: Dem Colorgrading. Der Weg dahin war ein kurioser. After Effects habe ich schon immer geliebt. Ich habe früher sogar Bilder in After Effects bearbeitet, weil ich Photoshop für so wahnsinnig ineffizient und unintuitiv gehalten habe. Für den 3D-Bereich war ich vermutlich zu wenig kreativ. Das hätte meine frühere Kunstlehrerin sicher auch bestätigt. Die glückliche Fügung war meine Begegnung mit dem Bereich der Farbkorrektur. Man hat eine Vorlage, muss also nicht von Null auf kreativ sein und etwas erschaffen, sondern man kann ganz im Sinne des Ingenieurs auf einer Grundlage aufbauen und diese optimieren. Des Weiteren muss man konzentriert und mit gutem Auge dabei bleiben. Für Leute mit kurzer Aufmerksamkeitsspanne, oder „das passt schon“ Einstellung, ist dieser Bereich sicher nichts. Und der Kreis schließt sich: Es ist mit Sicherheit einer der technischsten und mathematisch anspruchsvollsten Bereiche der Medienproduktion. Wer schonmal zwischen Farbräumen jongliert und gewandelt hat, der weiß, dass die Matrizenrechnung dein Freund ist. Allein schon das Umstellen von Operationen beeinflusst Pegel und Codewerte enorm und besonders das Einhalten von technischen Normen ist ein großer Bestandteil des Jobs – da hilft es einen technischen Background zu haben.

Und so stehe ich nun da. Wie ich finde gut aufgestellt und interessiert, was die Zukunft so bringen wird. Ich hoffe auf zahlreiche interessante technische Neuerungen in den nächsten Jahren, freue mich auf neue Kameras und Spielereien und hoffe auch in den nächsten Jahren Teil von Film- und Kinoproduktionen sein zu können – sei es auf Seite der Technik, oder der Farben. Denn eines ist klar: Der Anspruch etwas zu kreieren, das nicht jeder schaffen kann, bleibt.

 

 

von Martin

DSCF3961Warum ich eigentlich ‚irgendwas mit Medien‘ mache weiß ich gar nicht mehr so genau. Ich weiß aber, dass ich mich 2010 an der HTWK Leipzig für den Studiengang Medientechnik beworben habe und angenommen wurde. Falls das nicht klappen sollte waren meine Alternativen Medizin, Biophysik und Lehrer für irgendwas. Ich habe zwar irgendwann mal unsere Schulband bei einigen ihrer in Wismar und Umgebung legendären Auftritten gefilmt, aber die Resultate waren mehr laienhaft als gekonnt zusammengezimmerte Videos mit damals noch Magix Video Deluxe. In meiner Erinnerung war ich jedoch nie so fasziniert von Videoschnitt und solchem Kram wie man es vielleicht sein sollte wenn man sich für ein derartiges Studium entscheidet, aber vielleicht hat auch der ein oder andere studentische Abend meine Gedächtnisleistung zu stark beeinträchtig. Falls Mama oder Papa das hier lesen, können sie ja mal einen Kommentar dazu abgeben. Mittlerweile schreiben wir das Jahr 2016 und ich kann auf eine Reihe sehr interessanter Erfahrungen zurückblicken, deren Erklärung im Detail den Rahmen weiterer 100 Inspirationen sprengen würde. Hier ein Auszug:

– vor laufender Kamera ohne Hose in eine mündliche Prüfung platzen
– mit verwirrten Arabern bei Al Jazeera telefonieren
– mit Batman zusammenarbeiten
– einen Plüschaffen auf Leben und Tod bekämpfen und gewinnen
– einen Energy-Drink erfinden und über eine fiktive Firma vermarkten
– im Sonntagsanzug mit der halbnackten Ex-Freundin meines Ex-Mitbewohners in Dominics Bett eine Erotikszene drehen
– von einem Pappaufsteller am Altar verlassen werden (super traurig)
– einen Schülerpraktikanten haben
– betrunken eine Volleyballmannschaft trainieren und gleichzeitig deren Maskottchen sein
– der Hochschule Mittweida Brötchen klauen und vom Gelände verwiesen werden
– den Leipziger Oberbürgermeister aus dem Fernsehstudio beamen
– mit dem Kalendermann auf einem Fahrradanhänger ‚Oh Tannenbaum‘ singen und der Innenstadt verwiesen werden
– im Bademantel ein Interview geben
– bei einer Fernsehpreisverleihung unter die Gewinner schummeln

Was bewiesenermaßen für 2012_grenzganger_preistrager_bearbeitetmindestens eine halbe Stunde Stoff für Smalltalk auf WG-Parties liefert sind für mich wertvolle Erinnerungen und Erlebnisse, die mich und mein Verständnis meiner Selbst in der Welt der Medien stark geprägt haben. Vor allem die Hochzeitsgeschichte kommt immer sehr gut an – fragt meinen Friseur oder meine Oma. (Bei genug Likes veröffentlichen wir das Video von der Trauung mit Pastor Ben)

Und auch wenn ich in den ersten Semestern schnell erkannt habe, dass dieses Medienzeug irgendwie das richtige für mich ist, habe ich es – auch wenn ich es wirklich versucht habe – nie geschafft der typische Medien-Ingenieur zu werden. Andere waren besser in Kameraführung und Videoschnitt, wieder Andere in der Audioproduktion und noch andere haben das Prinzip hinter der AV-Technik wirklich verstanden – von Webdesign und Programmierung fange ich gar nicht erst an. Was ich jedoch verstand, waren die Anderen. Es hat einige emotionale Tiefs gebraucht, bis ich wirklich akzeptieren konnte, das ich meine technische Mittelmäßigkeit durch das ausgleichen kann, was mir wirklich liegt: Andere verstehen, reden und Charisma. (Danke Lennard) Und so bekam für mich der in unserem Studium inflationär benutzte Begriff der ‚generalistischen Ausbildung‘ eine vollkommen neue Bedeutung. Mit anderen Worten: ich kann technisch nichts unglaublich gut, aber ich kann alle Gewerke verstehen und zwischen ihnen kommunizieren. Das klingt für Euch jetzt vielleicht genauso so schwach wie einst für mich, aber lasst Euch sagen, wenn Ihr einige Produktionen habt untergehen sehen weil man sich nicht versteht oder mitdenkt, dann lernt Ihr irgendwann denjenigen zu schätzen, der vermittelt. Selbst nachdem einige Dozenten nach fast abgeschlossenem Masterstudium meine Fähigkeiten immer noch belächeln, so weiß ich für mich, dass ich – um es möglichst abstrakt auszudrücken – Mehrwert generiere. Und auch wenn ich mich mittlerweile zu einem recht guten Kameramann gemausert habe, ist es für mich immer wieder ein großer Reiz Enthusiasmus zu bremsen bevor er entsteht – wenn von überall die besten Ideen für die beste Produktion der Welt auf mich hereinprasseln und mich meine antrainierte Skepsis erst einmal alles aufzählen lässt was schiefgehen kann. Dass ich mir damit im ersten Moment nichtIMG_20151220_103906584_HDR unbedingt Freunde mache ist mir durchaus bewusst, doch geben mir die Resultate der überdachten Ideen recht. Und um die Ernsthaftigkeit hier mal ein bisschen aufzulockern möchte ich unbedingt sagen, dass ich natürlich für jeden Schwachsinn zu haben bin, den wir Dullis uns bei Reis+ ausdenken! Doch irgendwomit muss man ja irgendwann sein Geld verdienen. Und um danach wiederum den Kreis zu schließen ist für mich jede unserer Aktionen eine neue Inspiration für die nächste. Weil ich weiß, dass wir uns unterwegs geil finden, hassen werden, wieder geil finden – eventuell verklagt werden – keiner was macht, versprechen uns zu bessern, alle etwas machen wollen, einer alles macht, einer beleidigt ist, ein anderer was macht, der eine sich beruhigt, wir den Kram veröffentlichen, uns freuen und wieder von vorne beginnen. Ich liebe es.

 

von Ben

In meinen Zeilen werdet Ihr an dieser Stelle keine ausführliche Beschreibung meiner Erfahrungen mit dem Studium der Medientechnik finden. Die wichtigste Geschichte meines Alltags mit Medien fand zu der Zeit statt, bevor ich überhaupt an der HTWK Leipzig eingeschrieben war.

Oft im Leben steht man mit wirrer Frisur und fauligem Atem vor dem Spiegel und haucht seinem müden Antliz fast schon flüsternd die tiefgründige Frage „Solls das jetzt etwa gewesen sein?“ entgegen. Natürlich kommt es auf die eigene psychische Verfassung an, ob der dahingehauchten Hinterfragung all dessen, wofür man steht, ein selbstironisches Lächeln folgt oder ob man tief Luft holt, weil man keine so richtige Antwort hat und ein Seufzer das Beste ist, was einem in diesem Moment einfällt. Unabhängig davon dienen beide Reaktionen dazu, aus der traurigen Selbstreflexion auszubrechen und den Stier bei den Hörnern zu packen. Oder sich von ihm durch die wirren Gassen des eigenen Seins jagen zu lassen. Nicht der Moment, indem man sich selbst hinterfragt ist jedoch entscheidend. So oft ist die Wahrnehmung seines Ichs nur der erste Tritt in Richtung des zu rollenden Steines. Wichtig ist sie zu verwerten und in Aktion zu wandeln.

Irgendwas mit Medien war nicht das erste, das mir im zarten Alter von 18 durch den Kopf schoss, als ich zwischen Schulbrot und bevorstehender Abiturprüfung einen geistigen Ausflug in die ungreifbare Zukunft des Benjamin Schmidts wagte. Das ist mit ausreichend Distanz betrachtet schon recht kurios, wenn man bedenkt, dass mich Medien immer umgaben und ich mich in den bunten Sumpf dieser Welt tagtäglich stürzte. Fairerweise muss man zugeben, dass dies sicher kein hochklassiges Herausstellungsmerkmal darstellt. Gerade in unserer heutigen Zeit mutiert jeder 12 Jährige zu einem medialen Kraken, wenn er an der Bushaltestelle über das W100_3better twittert und  anschließend ein slimansches Tutorial übers Glücklichsein verfolgt, noch bevor der grimmige Bushfahrer seine Schüssel am Bordstein zwischenparkt. Jedoch habe ich mich immer sehr reflektierend mit Themen wie Videospiele, Filme, Musik und Fernsehen beschäftigt. Ich kann mich glücklich schätzen, zu der Generation zu gehören, die noch weiß, wie die Welt vor 2.0 funktionierte. Wie es ist, auf eine Internetverbindung zu warten oder im Laden Platten zu kaufen. Wir haben den Wandel als mediale Wesen aktiv mitgemacht und das Ergebnis nicht pfannenfertig mit der Muttermilch downgeloadet. Dadurch waren die genannten Themen mehr als nur eine Randnotiz, ich wuchs tatsächlich damit auf und nahm mich ihnen an. Ob nun über den Weg des Schallplattenkratzens, Beats im Fruity Loops bauen und selbstbeweihräuchernd auf Dauerschleife durch die elterliche Wohnung hallen lassen oder jedes Fitzelchen an Videospielgeschichte von Alex Kidd bis hin zu Solid Snake aufzusaugen – ich sprang kopfüber in diese wunderbare Welt. Doch vor Kurvendiskussionen und Griffen in einen Sack bunter Kugeln (mit Zurücklegen), kam es mir beim Biss ins Butterbrot nicht in den Sinn, diese Themen meines Lebens auch tatsächlich in beruflicher Sicht anzugehen. Es war vielleicht der Respekt vor der Perfektion oder die unbekannte Angst vor dem Bekannten. Vielleicht war es auch einfach die Tatsache, zu gut in der Schule gewesen zu sein und daher auf Studiengänge mit nahezu unknackbaren NC zuzuschreiten. Am Ende klang die Psychologie für mich doch als Berufsbild seriöser und vielversprechender. Und noch bis zum heutigen Tag erheben sich die Augenbrauen, gefolgt von einem fast schon demütigen „Oha!“, wenn man Unbekannten auf Parties nach dem vierten Bier erzählt, man habe sich acht Semester der Studie des menschlichen Geistes hingegeben. Doch bereits nach drei Semestern wußte ich damals, dass ich dieses Leben nicht bis zu meinem letzten Atemzug durchziehen will.

Also stand ich nun vor besagtem Spiegel und fragte mich „Solls das jetzt etwa gewesen sein?“. Und während sich mein studentisches Universitätspostfach mit unbeantworteten Emails über Psychologenparties, extrakurrikulären Veranstaltungseinladungen und Remindern hinsichtlich der Einschreibungen für Pflichtseminare füllte, offenbarte sich im Dunkel der eigenen Sinnfin100_5dung eine einzig zulässige Antwort: „Nein, soll es nicht!“. Die nachfolgende Erkenntnis ist retospektivisch zu trivial, war damals jedoch erst nach langer Überlegung zugänglich: Warum sollte das Aber so mächtig sein? Warum berichtet man anderen mit einem Glänzen in den Augen, welchem Hobby man nachgeht, um dann in die trockene Realität zurückkehren, in dem man ein Aber hinzufügt. „Aber ich studiere … Aber ich arbeite als…“. Es mag abgedroschen klingen, jedoch haben wir diesen Tanz nur eine gewisse Zeit reserviert. Warum sollte man also nicht dem nachgehen, was man liebt, statt das zu machen, was man für eine allgemeingültig richtige Berufswahl erachtet. Der Blick auf sein Selbst sollte daher niemals von Außen geschehen. Und so kam es, dass ich mit fauligem Atem diese Antwort meinem Spiegelbild entgegenmurmelte und mich dazu entschloss, auch nach vier Jahren des Psychologiestudiums den Resetknopf zu drücken und Medientechnik an der HTWK Leipzig zu studieren. Um mir das zurückzuholen, was mein Leben bereits von Kindesbeinen an begleitete – die Freude an Bildern, Tönen und Geschichten.

Vieles, was mich danach erwartete, hat vor allem Martin bereits beschrieben und das will ich an dieser Stelle nicht wiederholen. Dadurch dass wir nicht nur bei Reis+, sondern auch im Studium eine dufte Clique waren, haben wir viele Erfahrungen und tolle Erinnerungen im Kollektiv gesammelt. Ich werde oft gefragt (meistens von der eigenen Stimme der Vernunft), ob ich es bereue, so lange Psychologie studiert zu haben und erst dann zu wechseln. Objektiv gesehen hätte es besser laufen können. Subjektiv war es genau richtig. So habe ich diese speziellen Menschen kennengelernt und so haben sich unsere Wege gekreuzt, die sonst vielleicht unbeachtet parallel verlaufen wären. Es war eine wundervolle Zeit mit Erinnerungen, die für ein halbes Leben reichen.

Deshalb bin ich froh, dass ich für das trübe Männlein im Spiegel die richtige Antwort parat und den Stier bei den Hörnern gepackt habe. Um einen Neustart zu wagen, der mir die besten Momente beschert hat, die ich mir vorstellen kann.

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32000 Iso

von Dominic

Der Titel lässt einige vielleicht schon vermuten, worum es geht. Sony hat mit ihrer Sony A7s damals den Grundstein für Nachtaufnahmen gesetzt – ISO-Einstellung bis 400.000, ich glaub es hackt. Ich bin ehrlich gesagt kein großer Fan der Kamera, was jedoch größtenteils daran liegt, dass viele Kameramänner, die zu mir ins Grading kommen, die Kamera neben der Alexa, Red, oder wenigsten Sony F5 einsetzen und sie im Vergleich halt immer noch ein Fotoapparat ist, der filmen kann und qualitativ massiv abkackt.

Dennoch möchte ich euch heute ein Werk zeigen, dass die Stärken der Kamera im besten Maße darstellt: „Moonlight„. Wie immer bei guten Vimeo-Videos: Lest Euch auf jeden Fall die Beschreibung durch und schaut Euch die dem Video angehängten Fotos an! Viel Spaß!

Rocketjump Shorts

von Dominic

Über Freddie Wong und die Jungs von Rocketjump haben wir schon einige Male berichtet. Was aus einem Youtube Channel mit zwei talentierten VFX-Artist werden kann, beeindruckt mich noch immer. Mittlerweile ist Rocketjump zu einem großen Unternehmen mit vielen Angestellten geworden. Neben der Produktion von Filmen und Webserien und der von Martin angepriesenen Rocket Jump Filmschool, verdient die Firma noch immer Geld über ihre Youtube Videos. Besonders die Rocketjump Shorts haben es mir angetan. Das „kleine“ Short-Team setzt sich das Ziel alle zwei Wochen einen Kurzfilm auf Youtube zu veröffentlichen – inklusive PrePro, Produktion und Post.

Als eines der ersten Werke zeigte Rocketjump den Film „The Rush“ – und baut dabei weiter auf VFX.

Aber auch Shorts mit weniger VFX sind schön anzusehen – so zum Beispiel mein Favorit der Sleep Fighter.

Zwischen Zweifel und Stallone

von Martin

Denn er wusste nicht was er tat.
Mit Breaking News ist mir erneut das ‚große Glück‘  zuteil geworden ein weiteres Mal in die Rolle des Anchorman Nick Rumble schlüpfen zu dürfen. Auch wenn ich meiner Meinung nach als Schauspiel-Laie mit dem letztlichen Ergebnis doch recht zufrieden sein kann, so war der Weg dahin doch oft gespickt mit Zweifeln und eher experimentellen Schauspielversuchen.

Als wir uns im Sommer 2014 mit den ersten Ideen und Entwürfen zu ‚Breaking News‘ (der Name kam dann irgendwann später dazu) befassten, stellte ich Ben, Dave und Dominic bei jedem Treffen vor die selbe Frage:

„Ihr seid euch wirklich sicher, dass ich das spielen soll?!“

Die Antwort war stets gleich: „Ja klar. Das wird schon irgendwie.“

Natürlich war ich froh, dass meine Freunde so viel Vertrauen in mich setzten und da ich sowieso schon immer Nick Rumble gemimt habe, hab ich es eben gemacht. Zwar hatte ich mich bereits bei einigen unserer früheren Produktionen wie der Winki-Saga, Marathon Inside und Telévision Extraordinaire schon vor der Kamera versucht, aber gegen echte Schauspielerei mit Emotionen, Handlung und Dialogen waren tölpelhafte Sketche und auswendig gelernte Moderationen doch ein ganz anderes Kaliber.

Nick

Später dann, als die Produktion immer näher rückte und Handlung und Dialoge im Drehbuch immer weiter Form annahmen, kamen doch die ersten allgemeinen Zweifel an meinem Schauspieltalent auf. Das ein oder andere „Das kann ja was werden… “ und „Oh Man…“ von Ben hat zu dieser Zeit nicht gerade aufbauend auf mich gewirkt.

Unser großes Glück war es dann, dass wir mit Miss B nicht nur eine fabelhafte Donna Journaille gefunden hatten, sondern auch eine Schauspiellehrerin mit Broadway Erfahrung, die unter anderem an der HMT Leipzig und der Theaterakademie Sachsen unterrichtet.

Miss BSie hat sich kurzerhand bereit erklärt mir einen Crash-Kurs zu verpassen und in zwei Mal drei Stunden Atemtechnik, kerzengerade stehen, Improvisationsübungen und immer wieder und wieder die gemeinsamen Szenen durchgehen doch ein bisschen den Schauspieler aus mir herauszukitzeln und mir dadurch Selbstvertrauen zu geben.

Ich sag Euch, das war teilweise ganz schön abgefahren. Ich glaube wer der Meinung ist, dass Schauspielerei kein richtiger Beruf und das doch nichts weiter als Scharlatanerie sei, dem rate ich, das erst einmal selbst auszuprobieren. Wenn man von jetzt auf gleich imaginäre römische Senatoren davon überzeugen soll, alte Straßen für teures Geld zu renovieren ohne, dass Sie selbst etwas davon haben und man gleichzeitig seine eigene Reputation nicht verlieren darf, dann kommt man ganz schnell ins Schwitzen. Und auch ich, der ich mich für recht eloquent halte stand schön blöd da und habe um Worte und Luft gerungen.

Spaß gemacht hat es trotzdem jede Menge und mein größter Triumph war es, bei einem Ausflug in die grausame Welt der Gesangübungen mehrere Takte erkannt und tatsächlich einen Ton getroffen zu haben. Und obwohl Sie mich am Ende komplett an die Wand gespielt hat, sage ich: Danke Miss B!

Handfester ging es dann bei unserem Kampftraining zur Sache. Gemeinsam mit unseren tapferen Schergen von Informati Tivi, haben wir von einem befreundeten Kampfsportlehrer und Selbstverteidigungstrainer eine Einführung in Falltechniken und Filmkampf bekommen. Da uns das ganze eigentlich eher spontan zufiel haben wir uns natürlich umso mehr über diese Unterstützung gefreut.

Ohne große Umwege haben wir uns dann in einer Sporthalle vermöbelt und erschossen was das Zeug hielt und sind am Ende mit einigen coolen Moves im Gepäck nach Hause gegangen, die teilweise wirklich von Türstehern und Securitypersonal eingesetzt werden. Auch das war eine Lektion für’s Leben, die unsere kleine Produktion noch etwas professioneller gemacht hat. Danke Enrico!

Script

Neben meiner Herkulesaufgabe als schießwütiger Reporter zu brillieren, war ich ebenfalls dafür zuständig unser Konzept ‚Breaking News‘ in ein Drehbuch zu verpacken. Das lag mir dann schon eher. Die Herausforderung hierbei bestand darin unseren komplexen interaktiven Ablaufplan in einen linearen Text zu pressen. Jede Handlung musste am Ende wieder zu der Storyline passen, die nahtlos an die verschiedenen Varianten anknüpfte, so dass wir je nach Voting die einzelnen Abschnitte fröhlich hin und her puzzeln konnten. Als wir unseren Schauspielern das Drehbuch zukommen ließen bestand dort einiges an Erklärungsbedarf. Ich glaube bis zur Teampremiere wusste nur ich ganz genau was wir da eigentlich alles drehen und wie das am Ende zusammen passen soll. Als selbst Ben eines Drehtages verwirrt war, wusste ich, dass wir mit unserem Konzept alles richtig gemacht hatten.

Da es mein erstes Drehbuch war und ich keinerlei Erfahrung mit der Formatierung eines solchen hatte, stand ich zunächst vor der Aufgabe mich irgendwie zu organisieren. Dabei hat mir die Freeware Celtx geholfen. Das Programm dient zur Erstellung von Scripten und Storyboards und ganze Szenenübersichten mit Icons, sowie Schauspieler-, Location-, Requisiten- und Technikdatenbanken lassen sich nach einiger Einarbeitungszeit mühelos erstellen. Eine ganz klare Softwareempfehlung!

Schnappschuss (2015-12-23 12.28.10)

Besonderen Dank möchte ich hier an unsere beiden Fans aussprechen, die sich via Startnext einen eigenen Satz im Script sicherten. Während sich der Lobgesang auf den VFB Stuttgart noch einigermaßen leicht in die Clubszene in Episode 1 einbauen ließ, hatte ich mit:

„Eigentlich würde ich schon ganz gerne mal in Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch Urlaub machen, aber ich leide unter Hippopotomonstrosesquippedaliophobie.

doch schon eher meine Probleme. Vielen Dank Stephan S.! Um ehrlich zu sein hatte ich keine Lust diesen Satz selbst zu sagen und so habe ich meine Macht als Autor genutzt um diesen kurzerhand Nicks guten alten Radiokollegen Carol Schimacki aka. Dominic Hellwig unterzujubeln. (107,6 Periode 6 – Das Kulturradio werden wir Euch in absehbarer Zeit auch noch zum anhören bereitstellen)

Als Schauspieler und gleichzeitig Drehbuchautor, der sich seine eigenen Witze schreibt – oder eben auch nicht, kam ich mir dann doch manchmal ziemlich albern vor, als ich die Dialoge auf Sprechbarkeit prüfte und sie laut aufsagte. So oder ähnlich muss sich auch Sylvester Stallone gefühlt haben, als er an dem Drehbuch für The Expendables saß und sich seine eigenen Parts mit einem Monstergag nach dem anderen schrieb.

Ich für meinen Teil bin sehr stolz auf den Anchorman-Apporach, der es leider nicht in Euren Communitycut geschafft hat, aber nichtsdestotrotz könnt Ihr Euch diesen ja auch bald ansehen und bis dahin könnt Ihr schonmal üben.

Listen and repeat: Port mish me erëza! (Sprich: pohrt müsch meh ere-ehsa!)

Breaking News Erscheinungstermin steht fest!

Hallo Freunde,

zückt den Rotstift und lauft zum nächsten Kalender, jetzt wird’s wichtig!
Blättert bis November und macht einen großen Kringel um die 27. Denn am Freitag, den 27.11.2015 veröffentlichen wir die erste Episode von Breaking News! Danach dann jede Woche eine weitere Folge. In der Zwischenzeit könnt Ihr dann abstimmen wie es weitergehen soll!
Wir sind gespannt! Vor allem Dominic. Seht selbst:

 

Hell’s Club

von Martin

There is a place where all fictional characters meet. Outside of time, outside of all logic, this place is known as HELL’S CLUB, But this club is not safe…

so beschreibt Antonio Maria Da Silva sein Video auf YouTube, das es in meine heutige Inspiration geschafft hat.

Zusammenschnitte aus mehreren Filmen – sogenannte Supercuts – sind für mich nichts unbedingt Neues mehr, allerdings schafft es dieses Werk aus einer Vielzahl weltbekannter Blockbuster aus den verschiedensten Genres eine eigene kleine Geschichte zu spinnen. Ob diese viel Sinn ergibt, darüber lässt sich sicherlich streiten, aber all diese unterschiedlichen Charaktere an einem Ort zu sehen verschafft einem das Gefühl, dass es doch irgendwie Hand und Fuß hat was da passiert. Action, Emotion, Komik (gewollt&ungewollt) das Alles erwartet Euch wenn Hollywoods beste Cubszenen aufeinander treffen.

Mich hat es des Öfteren schmunzeln lassen wenn der Terminator auf Tony Montana auf Tom Cruise auf John Travolta auf Al Pacino auf die Maske auf Trinity auf John Wick auf Robocop auf Austin Powers auf Darth Vader auf Michael Jackson trifft – und das ganze natürlich bei Discomukke und Schunkellicht. Herrlich.

Ein Glück kommt dann Blade zurück um den Tag zu retten:

Hier geht’s zu Teil 2!

Lego

von Dave

Neulich musste im Keller mal wieder aufgeräumt werden. Dabei entdeckte ich eine verstaubte Kiste voller LEGO aus meiner Kindheit – völlig klar, dass ich den Keller sofort mit der Kiste verlassen und sie im Wohnzimmer auskippen musste. Kindheitserinnerungen kamen hoch: Früh morgens am Wochenende aufstehen und im Schlafanzug bei einem Glas warmer Milch bunte Gebilde aus den verschiedenen Bauklötzchen kreieren – seufz.

Nun dann, ran ans Werk. Es soll ein Auto gebaut werden, was sonst. Der Baufortschritt wurde jedoch mehrfach von der Begeisterung unterbrochen, die entstand, wenn ich ein bestimmtes Teil im Klötzchen-Sud erspähte und es gebührend feierte.

Laut Hersteller sind inzwischen rund 9.000 Farb- und Formkombinationen in 58 verschiedenen Farben erhältlich. Insgesamt wurden mehr als 600 Milliarden LEGO Elemente produziert, was statistisch dazu führt, dass jeder Mensch auf der Welt im Schnitt etwa 80 LEGO Steine besitzt.

Mein Auto ist endlich fertig. Naja, es hat vier Räder, zwei Flügel und ein Baum wächst auf der überdimensionalen Antenne. Aber es rollt – immerhin.

Mit LEGO ist natürlich deutlich mehr möglich als ein fliegendes Auto, was dieses Video eindrucksvoll zeigt:

 


Auch wieder Lust bekommen? Dann Milch warm machen und Schlafanzug an!

Das ist Kunst, das kann weg!

von Martin

In the beginning there was literally nothing, and then there wasn’t nothing – there was stuff!

Die Geschichte der Welt herzergreifend und wunderschön anzusehen erzählt von einer jungen Dame ganz in weiß. Entsprungen ist die kleine Lady einem Geniestreich der Londoner Parabella Animation Studios, deren Gründer Mikey Please und Daniel Ojari bereits 2011 den BAFTA Award für The Eagleman Stag mit nach Hause nehmen konnten. Weißer Schaumstoff scheint es den beiden sehr angetan zu haben und während The Eagleman Stag eine etwas konfus scheinende Coming-Of-Age Drama-Komödie ist, so lassen sich die knapp 330 Sekunden in der Schaffenskrise der Marilyn Myller am besten mit der offiziellen Zusammenfassung auf der Parabella-Homepage beschreiben:

„Marilyn is trying really hard to make something that is good. For once her expectations and reality are going to align, perfectly. No, it will be even better than she imagined. It will be epic. It will be tear jerkingly profound. It will be perfecter than perfect. Nothing can go wrong.“

Marilyn thinks it is good, but in fact it is kind of stupid.

Und jetzt mal Hosen runter – wie habt ihr das gemacht? Im Internet stellten die Jungs einige Behind-The-Scenes Fotos, sowie unten folgendes Mini Making Of für uns neugieriges Cineasten-Pack zur Verfügung. Ich lasse mich immer wieder gerne begeistern, mit welchen Tricks und Techniken die Animateure arbeiten und kann nur meinen Hut vor dem immensen technischen und zeitlichen Aufwand ziehen. Vielen Dank für dieses wunderschöne Werk!

Abgedreht!

Puh! Das war ein starkes Stück, aber es ist geschafft – nach zwei Wochen harter Arbeit fiel am gestrigen Samstag um Punkt 20 Uhr die letzte Schlussklappe für Breaking News. Auch wenn es viel Spaß gemacht hat, war es doch auch in erster Linie sehr anstrengend und wir sind froh uns und unserem Team jetzt in die wohlverdiente Freizeit zu lassen und einige Tage zu entspannen, bevor wir uns auf den Postproduktionsprozess stürzen.

In den zwei Wochen war alles mit dabei: unglaublich heiße Tonstudios, Regen auf dem Friedhof, unglaublich heiße Szenen im Hotel, umherfliegende Schergen, Pizza, Grillfleisch, Nutellabrote, Schreie aus dem Kellerloch, Blut und Klingen.

Über unsere Social Media Kanäle gab’s bereits kurzfristig immer einige Behind-the-Scenes Fotos und Videos fast live von den Sets zu sehen jetzt möchten wir Euch natürlich auch hier ein schönes Album mit einigen Eindrücken präsentieren:

Produktionsstart Breaking News

Liebe Freunde,

morgen geht es endlich los mit der Produktion von Breaking News. Wir sind unglaublich aufgeregt und haben hoffentlich an Alles gedacht. Vielen Dank für Eure zahlreichen Antworten in unserem interaktiven Bereich! Die ersten beiden Umfragen sind bereits geschlossen, zwei lassen wir bis zur Veröffentlichung der Episoden gegen Ende des Jahres noch offen für Eure Meinung.

Damit Euch nicht langweilig wird, während wir am Schuften sind, könnt Ihr Eure Reiskörner weiterhin bei der Kornversation bestaunen. Natürlich werden wir uns regelmäßig mit Fotos und Eindrücken vom Set melden. Bleibt in den sozialen Netzwerken am Ball oder schaut im Newsbereich vorbei!

Wir freuen uns auf die kommenden zwei Wochen und werden alles geben um Breaking News für Euch so spannend wie möglich zu machen.

Es grüßt das Team von Reis+ und unsere wunderschöne Crew!

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